Alles nur geklaut!?

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Vor ein paar Tagen bekam ich einen Hinweis über facebook, dass ich mir eine Website anschauen sollte. Auf dieser hatte der Autor in einer Art Blog Fotos gesammelt (unter Nennung des Fotografen) von Portraits die er wohl für besonders gelungen hält. Das vermute ich da die Website auf Russisch ist. Der Hinweisgeber hatte dort auch ein Foto entdeckt das er gemacht hatte. Und sich schon mit seinem Anwalt in Verbindung gesetzt um einen „freundlichen“ Brief an den Betreiber aufzusetzen.
Nun, von mir waren keine Bilder auf der Site, aber wie hätte ich reagiert wenn es so wäre? Wurde hier geklaut?
Unter dem Beitrag entstand eine hitzige Debatte darüber. Diese zeigte mir, das viele versuchen altes Recht und alte Ansichten in ein neues Medium zu übertragen. Dies ist meiner Meinung nach nicht möglich.
Das Internet und seine Möglichkeiten zwingen uns dazu darüber nachzudenken wie wir mit geistigem Eigentum umgehen wollen.
Klar, der Gesetzgeber hat dazu mehr oder weniger klare Gesetzte erlassen, Urheberrecht usw. aber diese funktionieren heut schon nicht mehr.
Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich hätte mich gefreut, auf dieser Seite eins von meinen Fotos zu sehen. Zeugt es doch von Bewunderung durch den Betreiber. Er rühmte sich nicht damit, dass dies seine Werke wären, sondern nannte auch die Namen der Fotografen. Super! Werbung für mich.
Einen Kommerziellen nutzen zog er auch nicht daraus, mal abgesehen von ein zwei Ads.
Die Antwort auf meine und ähnliche Ansichten war „Super! Wenn ihr das so siehst, klau ich morgen mal dein Auto solange du auf der Arbeit bist“
Sorry, aber das hat er nicht getan. Er stand quasi nur auf der andern Straßenseite und hat ohne zu Fragen auf mein Auto gezeigt und gesagt das Auto gehört Ingo und es ist ein tolles Auto.
Hätte ich vieleicht früher auch Helmut Newton erst brieflich um Erlaubnis fragen sollen bevor ich einen seiner Bildbände aus meinem Regal holte um Freunden das ein oder andere Foto darin zu zeigen?
OK, einige werden jetzt sagen, aber den Bildband hast du ja auch bezahlt. Ja, aber das wiederum war ein anderes Medium.
Wer will kann auch im Internet seine  Bilder nur gegen Bezahlung rausgeben. Ich aber bin der Meinung, wer seine Bilder im Netz zeigt, sollte auch damit einverstanden sein, dass sie weiter gezeigt werden. Deswegen vergebe ich für meine Bilder CC-Lizenzen. Jeder der will, soll sie auf seiner Site benutzen, solange es nicht Kommerziell ist und mein Name genannt wird.

Ich profitiere sehr vom Internet, freue mich über jeden der seine Arbeiten und sein Wissen mit mir teilt, und bin gerne bereit auch meinen Teil dazu beizutragen.

One Comment

  1. Ein schwieriges Thema das jeder Fotograf mit sich selbst klären muss. Ich für mich unterscheide zwischen kommerziellem und nicht kommerziellem Nutzen so wie Du.

    Nur wo fängt das an?
    Bei einem Blog mit Werbung? Wenn es gedruckt und verkauft wird um das Buch zu finanzieren aber keinen Gewinn zu erwirtschaften? Oder bei der Verwendung meines Bildes in einer Werbung um Geld zu machen?

    Und wie sieht das mit den Bildrechten aus, wenn es um Portraits geht und derjenige vllt. in Deinem Portfolio sein will, aber nicht auf irgendeiner Webseite. Alles nicht so wirklich leicht zu entscheiden. Aber mit der alten Mentalität: „das ist meins“, sollte man vielleicht gar nicht erst Bilder digitalisieren und ins Netz stellen.

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