An die Grenzen gehen

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In letzter Zeit hab ich oft über zu stark bearbeitete Bilder gelästert. Ich kann Colorkey und HDR nicht mehr sehen, von Tilt/Shift ganz zu schweigen. Klar, die digitale Fotografie erleichtert das Verfremden von Bildern und das verführt. Aber kaum einer war zu analogen Zeiten in der Lage seine Bilder derart zu verfremden. Jetzt haben wir die Möglichkeiten und leider denken viele man muss sie auch nutzen. Immer, und bei jedem Bild. Da wird nicht nur am Kontrast gedreht oder an der Sättigung. Nein, beides zusammen und dann noch eine Teiltönung und Vignette. All das kann man ja einsetzten aber doch bitte nicht bis zum Limit.

Aber habe ich das Recht darüber zu lästern? Ein Blick in mein Archive offenbart mir ebensolche Sünden. Bei Flickr hab ich sogar mal extra ein HDR Album angelegt. Wenn ich diese Bilder heute betrachte graust es mir und ich würde sie heut ganz anders bearbeiten. Aber diese Meinung hätte ich mir bestimmt nicht gebildet, wenn ich nicht erst ein mal durch diese Schule der Extreme gegangen wär. Das Ausreitzen der Regler in Lightroom offenbart eigentlich erst richtig, was diese bewirken. Auch die Möglichkeiten der Filter in Photoshop lernt man ja erst kennen wenn man sie benutzt.

Ein altes HDR von mir

Altes HDR

Also tobt euch aus, geht an die Grenzen. Aber bitte, lernt daraus und geht irgendwann dazu über Filter und Effekte gezielt zu setzten. Ein gutes Bild ist ein gutes Bild, nur selten wird es besser mit zig Effekten und ein schlechtes Bild bleibt ein schlechtes Bild, egal wieviel Effekte und Filter ihr darüber legt. Ein HDR kann Sinn machen und auch natürlich aussehen und nicht wie das Ergebnisses eines Airbrushers auf Koks. Überlegt euch ob die gewählte Art der Verarbeitung sinnvoll ist. Verstärke ich damit die Bildaussage? Ist dies Überhaubt nötig?

Bei mir führte es irgendwann sogar dazu, dass ich mich kaum traute die Regler in Lightroom aufzudrehen. Ich empfand die Änderungen als zu extrem, zu grell. Ich musste mir erst wieder klar werden, dass es einen unterschied zwischen mir und einem anderen betrachter meiner Bilder gibt. Ich kenne das Original. Deswegen fällt mir jede Änderung stärker ins Auge. Aber der Betrachter meiner Bilder hinterher, weiß zum Beispiel nicht, dass dieses Rot der Mohnblumen gar nicht so stark gesättigt war. Wichtig für mich ist es mittlerweile eine Balance in der Bearbeitung zu finden. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ sollte mein Motto sein.

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