Ausgebremst

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Wir leben in schnellen Zeiten. Auch was die Photographie betrifft. Die Bilder eines Ereignisses sind oftmals schneller im Netz, als man selbst wieder zuhause. Kurz nach dem Anpfiff übertragen Sportphotographen per Laptop und UMTS Karte die ersten Bilder an die Redaktionen der Welt.

Aber auch die das private Photographieren ist schneller geworden. Abends macht man ein paar Schnappschüsse auf einer Party oder beim geselligen Abend und am nächsten Tag wird schon gefragt, wann die Bilder denn die Bilder endlich bei Facebook zu sehen sind. Auch die digitale Technik sorgt dafür,dass wir schneller auf den Auslöser drücken. Ganz schnell sind da an einem Abend 100-200 Bilder geschossen.
Ab und zu tret ich da gern auf die Bremse. Als wir noch Analog Photographiert haben, hatten wir an einem normalen Abend 1 Film in der Kamera, mit 36 Aufnahmen. Das war es. Da hat man sich zweimal überlegt ob man auf den Auslöser drückt. Man hat sich mehr Zeit genommen.
Wenn ich mit einem meiner analogen Schätzen los ziehe, sind es meist Mittelformatkameras im Format 6×6. Bei 2 Filmen hab ich dann 24 Aufnahmen. Aufgrund dessen geh ich bewusster an Motive heran. Anstatt direkt los zu knipsen, schau ich mir das Motiv genau an, von allen Seiten. Suche den für mich perfekten Winkel und Ausschnitt. Kontrolliere alles mehrmals im Sucher. Die meisten meiner Analogkameras haben keinen eingebauten Belichtungsmesser. Also nehme ich meinen Sekonic. Immer wenn möglich, bevorzuge ich die Lichtmessung. Also muss ich mich von der Kamera weg, hin zum Subjekt bewegen, messen, zurück zur Kamera und die gemessenen Werte übertragen. Ein weiterer Schritt der mich ausbremst. Ist alles eingestellt, wird nochmals durch den Sucher geschaut ob alles passt. Und erst dann wird der Auslöser gedrückt.
Ein schönes Video dieser Arbeitsweise findet ihr bei FotoTV. Das Video ist Kostenlos, leider ist eine Regestrierung notwendig, aber kein Abo.

Ich denke die analoge Photographie hilft mir dabei langsamer und bewusster ans photographieren ran zu gehen und ich versuche so viel wie möglich davon mit ins Digitale zu nehmen

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